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  Petzibär in der Deutschen Schule zu Johannesburg/Südafrika       

zurück zum Petzibär Ich war im Busch!

Kaum hatte ich den langen Flug überstanden, als mich ein großer Mann packte und in einen Rucksack steckte. Wurde ich entführt? Immerhin wußte ich ja, dass Johannesburg eine gefährliche Stadt ist. Aber ich war zu müde, um mir richtig Sorgen zu machen. Ich schlief ein.

Als ich ein paar Stunden später durch ein Gerüttel und von fröhlichem Kindergeschrei geweckt wurde, merkte ich, dass ich unter lauter netten Kindern in einem Bus saß. Jetzt wurde mir klar - ich war in eine Klassenfahrt geraten und der Lehrer war mein Träger. Sehr bequem.

Dann passierten einige Dinge, die ich nicht verstand: Der Bus blieb stehen, ein Mann erklärte etwas und die Kinder rannten gleich danach auf dem Grundstück herum.

Am Nachmittag wurde es für mich wieder interessant. Auf dem Anhänger hinter einem Traktor fuhren wir durch die Landschaft, um Tiere anzusehen. Aber die Natur sieht hier ganz anders aus als in Berlin. Die Grashalme sind viermal so hoch wie ich und sie sind alle gelb und braun. Überall schaut der staubige Boden heraus, hin und wieder wächst ein dorniger Busch, ab und zu steht eine Gruppe von kratzigen Bäumen in der Landschaft. Auf einmal galoppierten zwei Pferde im schwarz-weiß-gestreiften Schlafanzug vorüber. An einer anderen Stelle rupften kleine Köpfe mit Hörnern auf ganz langen Hälsen Blätter von den Bäumen. Unten dran waren dünne Stelzbeine und diese Tiere waren gelb und braun befleckt. Die Kinder murmelten irgendetwas von gierigen Affen, aber ganz habe ich das nicht verstanden. Wir begegneten auch noch Kudus und Springböcken.

Wie die aussehen, das müßt ihr in einem Buch nachschauen.
Fürchterlich häßlich war dann ein kleineres Tier: der Kopf fast so groß wie der Körper, das breite Maul wie eine verbeulte Handtasche, zwei lange, runde Hauer nach oben durch die Lippe gewachsen, auf dem Rücken eine Mähne, sonst eher nackt mit Borsten und hintendran ein senkrecht stehendes Schwänzlein, wie eine Antenne mit Quaste. Denkt an Pumba. Dann wißt ihr, dass ich hier ein Warzenschwein beschrieben habe.
Nach der Tierbeobachtung - das nennen die Leute hier game-drive - sah ich, dass sich die Kinder an einem Bach mit Matsch beworfen haben. Igittigitt!! Aber den Kindern machte das sogar Spaß. Na, ich hielt meinen Pelz sauber und schnarchte lieber im Rucksack des Lehrers.
Ich verschlief einen Vortrag über Schlangen, ich verschlief eine lehrreiche Stunde, in der die Kinder über den Umgang mit Schußwaffen informiert wurden. Weil hier viele Leute Pistolen und Gewehre im Hause haben, müssen die Kinder lernen, damit keinen Unsinn zu machen. Ich verschlief den ganzen zweiten Tag.
Als ich am dritten Tag erholt und quietschvergnügt aus dem Rucksack klettern wollte, sah ich, dass die meisten Kinder wie Stoffpuppen in ihren Bussitzen hingen. Jetzt schliefen die alle. Wir waren auf der Rückfahrt. Als wir an der Schule ankamen, war ich der einzige, den keine Mutti abholte. Doch bevor ich losheulte, tröstete mich der große Lehrer und nahm mich mit zu sich nach Hause. Inzwischen sitze ich in einem Regal im Klassenzimmer der 5b und schaue beim Unterricht zu.
Am liebsten würde ich hierbleiben, denn es ist jetzt im November wunderschönes, warmes Frühsommerwetter.

Projekt für Grund- und Sonderschulen

Teddy
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Petzibär
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        wir-in-berlin.de | 30.11.2000
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